Blutegeltherapie

Blutegeltherapie

Die Blutegeltherapie (Hirudotherapie) ist eine der ältesten Heilmethoden der Medizingeschichte und wurde schon vor ca. 2000 Jahren als Heilmittel beim Menschen eingesetzt.

Sie ist eine anerkannte Behandlungsform in der Humanmedizin und wird bei unterschiedlichen Erkrankungen erfolgreich eingesetzt, z.B. Arthrose, Durchblutungsstörungen, Entzündungen, Tinnitus-Erkrankungen und in der plastischen Chirurgie nach Operationen.

Seit einiger Zeit wird diese Heilmethode auch in der Tiermedizin angewandt.

Wirkung

Der Blutegel ist eine Art biologische Apotheke mit Wirkstoffen, die auch in Arzneimitteln der Schulmedizin zum Einsatz kommen. Sie wirken durchblutungsfördernd, schmerzlindernd und entzündungshemmend. Vor allem die Blutgerinnungshemmung öffnet die Zwischenzellbereiche und die Wirkstoffe dringen tief an den Ort des Geschehens vor und wirken dort, wo ein Medikament vorher nicht hin kam.

Hirudin: Blutgerinnungshemmend
Eglin: Entzündungshemmend
Hyaluronidase: Gefäßerweiternd und leicht antibiotische Wirkung
Apyrase: Hemmung der Thrombozyten-Aggregation
Kollagenase: Hemmung der Thrombozyten-Aggregation

Der Blutegelspeichel (Saliva) enthält noch weiter Inhaltsstoffe die allerdings bisher noch nicht erforscht wurden.

Behandlungsablauf

Vorbereitung

2 – 7 Tage vor der bevorstehenden Behandlung sollten sie ihr Tier nicht mehr mit einem Shampoo baden, Spot-on Präparate oder sonstige stark riechenden Stoffe auf die Haut oder das Fell auftragen. Auch Floh-und Zeckenhalsbänder müssen 3 Tage vorher abgenommen werden.

Wenn ihr Tier Medikamente (z.B. Antibiotika, Kortison, ASS) bekommt müssen diese eventuell auch vorher abgesetzt werden, dies muss aber vorher mit ihrem Tierarzt abgeklärt werden.

Behandlung

Es werden je nach Größe des Tieres und Art der Erkrankung 1 – 5 Blutegel an die betroffenen Stellen oder auch an Akupunkturpunkten des Körpers angesetzt. Der Biss des Egels ist nahezu schmerfrei und wird von fast allen Tieren geduldig toleriert. Es wird vermutet, dass der Egel schmerzlindernde Stoffe beim Saugen abgibt, da sehr viele Tiere während der Behandlung ruhig vor sich hindösen.

Nach ca. 30 – 90 Minuten wenn die Blutegel satt sind fallen sie von alleine ab. Nun beginnt die Nachblutung, die unterschiedlich lang und stark andauern kann (2 – 24 Stunden). Diese gehört zur Therapie und darf keinesfalls unterbunden werden, sie reinigt die Wunde und befreit sie von Keimen.

Nachsorge

Wenn die Bissstelle vor Verunreinigungen geschützt werden kann, bleibt die Wunde offen. Bei Tieren die in der Wohnung gehalten werden, kann ein lockerer, saugfähiger Verband zum Schutz angelegt werden.
An dem Tag der Behandlung sollte ihr Tier beaufsichtigt und nicht alleine gelassen werden!

Nebenwirkungen

Durch das Histamin im Speichel des Blutegels kann es zu einer allergischen Reaktion wie leichte Schwellung und Juckreiz an der Bissstelle kommen, vergleichbar wie bei einem Mückenstich. Wenn ihr Tier versucht an der Stelle zu kratzen oder zu lecken, muss ein Verband zum Schutz vor einer Wundinfektion angelegt werden. Zur Linderung des Juckreizes können Sie kalte Umschläge oder Salben gegen Insektenstiche (z.B. Fenistil®) verwenden. Außerdem kann es rund um die Bissstelle zu einem Bluterguss kommen, der jedoch nach wenigen Tagen wieder von selbst verschwindet.

Sehr seltene Nebenwirkungen

In sehr seltenen Fällen kann es zu einer Wundinfektion durch ein Bakterium des Blutegels kommen. Durch eine entsprechende Antibiotikatherapie kann diese meist sehr gut behandelt werden.

Außerdem kann es zu verstärkter oder lang anhaltenden Nachblutung kommen, durch das Anlegen eines entsprechenden Druckverbands kann diese gut gestillt werden.

Aufgrund all dieser möglichen Nebenwirkungen ist die Aufklärung durch einen Therapeuten mit entsprechenden Fachwissen sehr wichtig.

Indikationen

  • Arthritis / Arthrose
  • Gelenkfehlbildung (Dysplasien wie HD, ED)
  • Erkrankungen des Bänder- und Sehnenapparates
  • Wirbelsäulenerkrankungen (Spondylosen, Diskopathien, Cauda equina)
  • Ekzeme
  • Hämatome (z.B. Blutohr)
  • Zahn- und Kiefererkrankungen
  • Abszesse
  • Wundheilungsstörungen
  • Narbenproblematik (Post-OP)

Kontraindikationen

  • Körpergewicht unter 5 kg
  • Gerinnungsstörungen
  • Einnahme blutverdünnender Medikamente
  • Immunschwäche
  • Niereninsuffizienz (Unterfunktion der Niere/n)
  • Anämie (Blutarmut)
  • Diabetes
  • Tumore
  • Trächtigkeit / Läufigkeit

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